Asylstatistik 1. Quartal 2018

In den ersten drei Monaten 2018 sind die Asylantragszahlen in Österreich weiter gesunken. Fortgesetzt hat sich auch ein weiterer Trend: unter den Asylsuchenden befinden sich immer mehr Kinder und Jugendliche. Dies deutet darauf hin, dass derzeit ein nicht unerheblichen Teil der Asylanträge durch den Familiennachzug bedingt ist.

Von Jänner bis März 2018 wurden in Österreich insgesamt 3.992 Asylanträge gestellt. Gegenüber dem vierten Quartal 2017 ist das ein neuerlicher Rückgang um 25 Prozent. Wenn wir die Asylantragszahlen der letzten drei Monate als Basis für eine Schätzung über die für dieses Jahr zu erwartenden Asylanträge zu Grunde legen, wäre mit etwa 16.000 Asylanträgen bis Jahresende zu rechnen.

Jahr_x1080

Die 1.199 Asylansuchen im Februar 2018 bedeuteten den niedrigsten Monatswert seit März 2013. Im März wurden zwar insgesamt wieder mehr Anträge gestellt, wenn aber berücksichtigt wird, dass der März drei Tage mehr hatte als der Februar, wurden im März pro Tag sogar weniger Anträge gestellt als im Vormonat (43 pro Tag im Februar, 42 im März).

Monat_x1080

Syrien und Afghanistan sind weiterhin die beiden Hauptherkunftsländer von Asylwerbenden. Der Abstand zu den anderen wichtigen Ländern, aus denen Asylsuchende kommen, hat sich jedoch verringert. Im Vergleich zu 2017 findet sich Georgien neu unter den Top-10-Herkunftsländern. Nicht mehr dabei ist die Ukraine.

Karte_x1080

Im Vergleich zum letzten Quartal 2017 sind in den ersten drei Monaten 2018 die Asylanträge aus Syrien deutlich zurückgegangen. Aber auch andere Staaten wie Afghanistan, Russland, Nigeria, Irak oder Somalia verzeichneten einen Rückgang, Pakistan sogar einen besonders starken. Steigende Asylantragszahlen gab es hingegen von iranischen und georgischen Staatsangehörigen.

Staaten_x1080

Ebenso wie die Gesamtasylantragszahlen sind jene für unbegleitete Minderjährige rückläufig. Sie machen aktuell wie im Vorjahr 5,5 Prozent aller Asylanträge in Österreich aus. Die beiden einzigen Staaten mit mehr als 10 Asylanträgen von UMF im ersten Quartal 2018 waren Afghanistan und Nigeria.

UMF_x1080

42 Prozent der Asylanträge im Jänner und Februar 2018 wurden für Kinder unter 14 Jahren gestellt. Gemeinsam mit Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren bilden Minderjährige mit 51% erstmals eine Mehrheit unter den Personen, die in diesem Zeitraum um Asyl angesucht hatten (Daten für März sind noch nicht verfügbar). Die Anteile von erwachsenen Männern und erwachsenen Frauen liegen bei 32 bzw. 17 Prozent. Junge Männer zwischen von 18 bis 34 Jahre machten nur mehr 23 Prozent aller Asylwerbenden aus, 2016 waren es noch 33 Prozent.

Demografie_x1080

Gruppieren wir die Asylsuchenden nach Herkunft, Geschlecht und minderjährig/erwachsen, bildeten in den ersten beiden Monaten 2018 – für viele vielleicht überraschend – syrische Mädchen die größte Gruppe, gefolgt von afghanischen und syrischen Burschen, syrischen Frauen und afghanischen Mädchen. Das deutet darauf hin, dass der Familiennachzug derzeit bei syrischen und afghanischen Staatsangehörigen eine wichtige Rolle spielt. Erst danach kommen mit nigerianischen Männer die stärkste Gruppe männlicher, erwachsener AsylwerberInnen.

(Anmerkung: die Daten von Eurostat sind auf 5 bzw. 10 gerundet).

Gruppen_x1080

Die Zahl der positiven Gewährungen von Asyl und subsidiärem Schutz lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres unter dem Niveau von 2017. Bisher erhielten etwas mehr als 5.100 Menschen ein zumindest befristetes Aufenthaltsrecht zugesprochen, 3.577 bekamen Asyl. Die Anzahl der rechtskräftig negativen Entscheidung liegt hingegen knapp über dem Durchschnitt des Vorjahres.

Entscheidungen_x1080

Die meisten Zuerkennungen von Asyl erhielten 2018 bisher SyrerInnen und AfghanInnen. Auf Menschen aus diesen beiden Staaten entfielen zwei Drittel aller positiven Asylbescheide. Die einzigen anderen Gruppen mit einer nennenswerten Zahl von Asylgewährungen waren der iranische, somalische, irakische und russische Staatsangehörige sowie staatenlose Personen. Insgesamt erhielten knapp mehr weibliche als männliche Personen Asyl. Subsidiärer Schutz wurde am häufigsten afghanischen AsylwerberInnen gewährt.

Schutzgewährungen_x1080

Neun von zehn syrische Asylsuchenden erhielten nach Abschluss ihres Asylverfahrens Asyl in Österreich. Auch bei staatenlosen Personen und iranischen Staatsangehörigen lag die Wahrscheinlichkeit, als Flüchtling anerkannt zu werden, recht hoch. Bei AfghanInnen wurden 47 Prozent der Verfahren mit einem positiven Asylbescheid abgeschlossen. Einem Teil der afghanischen AsylwerberInnen, die kein Asyl erhielten, wurde jedoch subsidiärer Schutz zugesprochen. Kaum Chancen auf einen positiven Asylbescheid gab es für Personen aus Pakistan, Nigeria und Georgien. 2018 hat bisher noch keine einzige Person aus Georgien Asyl erhalten. Georgien gilt im Asylverfahren als sicherer Herkunftsstaat.

Wahrscheinlichkeit_x1080

Ende März 2018 waren insgesamt noch 51.447 Asylverfahren nicht entschieden, mehr als 22.000 davon von afghanischen Staatsangehörigen. Die Zahl der in der ersten Instanz (beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, BFA) anhängigen Asylanträge  sank auf 24.072, jene der in der zweiten Instanz (beim Bundesverwaltungsgericht) stieg auf 27.375. Damit gibt es nun mehr offene Asylverfahren beim Bundesverwaltungsgericht als beim BFA.

Offen_x1080

Über Resettlement (direkte Aufnahme von Flüchtlingen aus Erstaufnahmeländern, z.B. Jordanien) kamen 2018 keine Flüchtlinge nach Österreich. Die Regierung hatte sich seit 2013 mit drei humanitären Aufnahmeprogrammen bereit erklärt, insgesamt 1.900 syrische Flüchtlinge aus Erstaufnahmestaaten (z.B. Jordanien) aufzunehmen. Ende 2017 wurde das dritte humanitäre Aufnahmeprogramm beendet.

 

Aktuelle Asylstatistiken:

 

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